4. Kölner Zoolauf

Mein erster Wettkampf seit einer gefühlten Ewigkeit. Im August 2014 hab ich noch beim HRS Business Run in Köln teilgenommen, aber auch nur weil die Kollegen so nett gefragt hatten. Das Ergebnis war eigentlich auch gar nicht so schlecht mit 5,5 km in 29:14.

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Das passende Shirt zum Lauf
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Eine wirklich originelle Startnummer

Allerdings stehe ich nun auch unter ganz anderen Voraussetzungen hier. Nachdem ich, nach meiner Knie Op im Februar, schon im April wieder mit dem Laufen begonnen hatte und gleichzeitig die Fußballschuhe an den Nagel gehangen hatte, sollte nun ein kleiner Wettkampf als Motivationshilfe für die kommenden Wochen gefunden werden. Meine Frau fand dann auch direkt den geeigneten Lauf für mich: den Kölner Zoo Lauf. Neben der Originalität, abends schön durch den Kölner Zoo laufen zu können, hatte man nämlich hier die Möglichkei, selbst über seine Zielstrecke noch während des Laufes zu entscheiden. Man hatte die Wahl zwischen einer und bis zu 6 Runden durch den Zoo zu drehen und konnte sich jede Runde aufs neue entscheiden „Laufe ich weiter oder ins Ziel“. So konnte ich, sollte das Knie doch schlapp machen, noch rechtzeitig ins Ziel laufen ohne direkt den ganzen Lauf abbrechen zu müssen. Um die Motivationsgeschichte des Laufes noch ein wenig auf die Spitze zu treiben, überredete ich noch einen bei der Bundeswehr tätigen Freund und Nachbarn mit mir zu laufen. Die Wochen bis zum Wettkampf liefen eigentlich ganz gut, 3-4 Einheiten pro Woche immer morgens vor der Arbeit sollten eigentlich ausreichen. Allerdings war die zur Verfügung stehende Zeit relativ knapp bemessen und so blieb für jede Einheit selten mehr als 40 Minuten zeit.Zusätzlich kam ich in den Wochen vor dem Lauf nur ein Mal dazu, die 10 Km am Stück zu laufen. Und was soll ich sagen? Die Zeit war unterirdisch! Eine Stunde und 13 Minuten! Gut das ich mich für den 10km Funlauf angemeldet hatte, der für die nicht so sportlichen Teilnehmer gedacht war bzw. für Läufer mit einer Zielzeit über 55 Minuten auf 10,8 km. Mein mich begleitender Freund war in seiner „Vorbereitung“ gefühlte 2 mal trainieren.

Und dann war es auch schon so weit, der Tag der Wahrheit stand an! Nach meiner kurzen Vorbereitung hatte ich meine Ziele erstmal bewusst klein gehalten.

Ziel 1: volle Distanz von 10,8 km überstehen
Ziel 2a): unter einer 1:10:00 ins Ziel kommen
Ziel 2b): Wenns gut läuft vielleicht unter einer Stunde 5
Ziel 3: Aber auf keinen Fall vom Kumpel überrunden lassen

Da wir beide in Köln arbeiten, waren wir schon relativ früh im Zuschauerbereich. Die Startunterlagen hatte ich bereits am Vortag besorgt und so konnte ich noch ein wenig von der Atmosphäre aufsaugen. Zunächst starteten die jüngsten auf eine kleine „Runde“ von 600 m durch den Zoo. Die Kids waren wirklich so jung, dass wir uns fest vornahmen, hier nächstes Jahr auch unsere jüngsten an den Start zu lassen – Vorausgesetzt sie wollen überhaupt! Das könnte ein bestimmt ein lustiges Event für die Kids werden! Darauf folgten dann noch die etwas älteren Kinder und der 10km Toplauf. Um hier mitlaufen zu dürfen musste man die 10,8 Km lange Strecke in 55 Minuten bewältigen! Ich glaube, der schnellste ist mit knapp 32 Minuten übers Ziel! RESPEKT! Mal sehen ob wir nicht diesen Lauf als Ziel für 2017 ansetzen, mit einem Jahr training sollte das doch drin sein, oder?

Mittlerweile stieg die Aufregung in mir und meine Eltern hatten mir einen Überraschungsbesuch beschert. Eigentlich ganz lieb von ihnen und doch machte es mich sogar noch nervöser. Wir machten uns auf in den Startbereich, wo sich die ersten „Profis“ und weniger talentierten bereits einliefen. Für mich ein völlig fremder Gedanke, schließlich war ich froh, wenn ich die Strecke im ganzen überstehen würde. In Wellen wurde nicht gestartet, weswegen wir uns Stück für Stück nach vorne mogelten.

Die Streckenführung des 4. Kölner Zoolaufs 2
Die Streckenführung des 4. Kölner Zoolaufs

Der örtlich bekannte Radio Köln Reporter zählte noch den Countdown runter und dann fiel um Punkt 20:15 Uhr der Startschuss. Ich versuchte erstmal an meinen Freund dran zu bleiben, der gerade jetzt in dem Gedränge des Starts, weitere Plätze gut machen wollte. Und so blieb ich erstmal in seinem Windschatten und bekam nur nebenbei etwas von den verschiedenen Tieren mit. Erdmännchen, Paviane und Bärengehege huschten nur so an mir vorbei ehe es zur Steigung hoch zum Elefanten-Haus ging. Im Adrenalin-Schub des Starts war der Hügel noch kein großes Problem, allerdings ahnte ich schon, das dies nicht in jeder der 6 Runden so bleiben würden. Als es bergabwärts ging hatte sich der Nachbar bereits 5-10 Meter abgesetzt, aber zum Einen befand er sich ja noch in Reichweite zum Anderen machten wir weiterhin Plätze gut – Also erstmal kein Grund zur Panik. Am Spielplatz, den Seehunden und den Pinguinen vorbei, bevor es erneut ein kleines Stück bergauf in den Zuschauerbereich ging. Mittlerweile hatte sich der Nachbar auch soweit abgesetzt das ich ihn nicht mehr sehen konnte. Ich bemerkte dann so langsam, das dass Tempo des „untrainierten“ Freundes für mich doch deutlich zu hoch war! Im Zielbereich musste ich mich dann für die nächste Runde links einordnen, während die ersten schon rechts auf die Zielgerade abbogen. Sehr ungeschickt, war an dieser Stelle die Verpflegungsstation am rechten Wegesrand zu platzieren. Das konnte nur zu Verwirrung und durcheinander führen und so ließ ich den Stand erstmal „rechts“ liegen und beendete die erste Runde mit 9 Minuten für 1,8 km doch recht fix. In der folgenden Runde versuchte ich erstmal mein eigenes Tempo zu finden, welches erschreckender Weise, deutlich langsamer war als das der anderen Teilnehmer. So huschten in dieser Runde wieder einige an mir vorbei, die ich vorher noch überholt hatte. Gar nicht so einfach in dem Getümmel sein eigenes Tempo zu finden.

Zum Ende der 2. Runde hatte ich es dann gefunden, obwohl es vom Gefühl her, deutlich über dem bekannten Trainingstempo lag. Ein Blick aufs Handy und runtastic bestätigte das Gefühl: immer noch bei rund 5:45 min/km. Hui dachte ich noch, aber mir ging es gut dabei. Wieder versuchte ich mich aus dem Getränke-Zieleinlauf-durcheinander fernzuhalten und bog in Runde 3 ab.

Mittlerweile hatte sich das Teilnehmerfeld auch entzerrt und ich konnte meinen Blick ein wenig schweifen lassen. Ich beobachtete wie uns die Paviane frenetisch bejubelten (oder beschimpften….ich weiß es nicht genau) und schon ging es wieder bergauf zum Elefantenhaus. Aufstieg Nummer 3 nach rund 4,5 km hatte es schon in sich. Aber im Wissen das die Hälfte des Rennens naht, ging es dann bergab wieder doppelt so schnell. Halbzeit im Zuschauerbereich, 5,4 km geschafft, innerhalb von 32 Minuten Minuten und damit deutlich über meinen Erwartungen! Ein Schnitt von 5:56 min/km! Aber jetzt musste erstmal Verpflegung her! Also rein ins Getümmel und mit vollem Becher schnell und vor allem unbeschadet wieder raus. Wie oft hatte ich in den zahlreichen, einschlägigen Magazinen gelesen, man solle doch das trinken vor Wettkämpfen üben. Hätte ich das mal im vornherein nicht als „Spielerei“ abgetan. Im Eifer des Gefechts und meiner fehlenden Erfahrung landete der größte Teil des Bechers nämlich nicht im Mund sondern auf den Klamotten.

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Die Zielgerade des 4. Kölner Zoolaufs

Nun ja – halb so schlimm – auf ging es in Runde 4. Vom Tempo aus Runde 2 war leider nicht mehr viel übrig. Die Teilnehmer die ich überholte wurden weniger und die Läufer die an mir vorbei trabten wurden immer mehr. Und so merkte ich wie sich mein Zeitmangel im Training bzw. das nicht auf die Streckendistanz ausgerichtete Training rächte. Runde 4 beendete ich noch unter 39 Minuten für 7,2 km. Ab da kam ich in zeitliche Bereiche, die ich vorher nicht kennengelernt hatte. Lief ich im Training doch immer nur knapp 40 Minuten. Und so wurden die letzten 2 Runden wirklich hart und die Beine wurden mit jedem Schritt schwerer. Zum Einen der letzte Funken Hoffnung vielleicht tatsächlich die 10 Km unter einer Stunde zu beenden und zum Anderen die Befürchtung der Kumpel könnte mich doch noch einholen gaben mir die Kraft an dieser Stelle nicht ganz das Tempo zu verlieren. Um letzteres zu verhindern reichte es, die nächsten 1,8 km und damit Runde 5 halbwegs vernünftig zu beenden. So drückte ich mein Tempo von 6:25 min/km nochmal runter auf 6:16 min/km. Auf der Anhöhe am Elefantenhaus kam ich das erste Mal ins stocken und ging ein paar Meter um nochmal Kräfte zusammeln. Mit einem kleinen, kurzen Sprint ging es durch den Zuschauerbereich in die letzte Runde.Nach der erste Kurve merkte ich es wird jetzt richtig eng. Zu dem überholte mich leichtfüssig noch eine ehemalige Kollegin, die ich seit mindestens 5 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Für ein kleines Hallo reichte jedoch meine Luft nicht mehr aus. Zu diesem Zeitpunkt war mir bewusst, noch einmal den Berg hoch zu den Elefanten und die 10 km sind geschafft. Oben schnaufend ein kurzer Blick aufs Handy: 1:01:30 – leider nicht unter einer Stunde – aber immerhin deutlich besser als erwartet. Dennoch musste ich erstmal wieder ein Stück gehen bevor die letzten Meter ins Ziel genossen wurden. Nach Netto 1:06:56 war es dann auch schon wieder vorbei und ich mehr als zufrieden im Ziel.

Im nächsten Jahr sind wir mit Sicherheit wieder mit am Start und vielleicht schaffe ich es sogar in den Toplauf. Mein nächstes großes Ziel für die kommenden Monate: 10 Km unter 55 Minuten.

Fazit:

Ein wirklich mehr als gelungener Lauf in toller Atmosphäre der Lust auf mehr macht! Gerade das nicht alltägliche mal durch einen Zoo zu laufen war schon wirklich etwas besonderes! Kennt Ihr tolle, besondere Läufe die man sonst nicht überall hat? Würde mich freuen von Euch zu hören und vielleicht sieht man sich ja bei dem ein oder anderen Lauf.

Lieben Gruß sendet Euch

Unbenannt7

Der mit der Wurst tanzt

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