Stirnlampe oder Brustlampe?

Laufen im Dunkeln

Stirnlampe, Brustlampe oder doch Handlampe?

Lichtkegel beim Laufen
Schmaler, unpassender Lichtkegel beim Laufen mit Stirnlampe

Vorletztes Wochenende wurden die Uhren wieder auf Winterzeit gestellt, aber schon die letzten Wochen mussten wir uns immer öfters fragen, ob wir bei unseren Läufen eigentlich noch genug sehen bzw. ob wir ausreichend gesehen werden.

Da ich generell gerne morgens, früh vor der Arbeit oder erst abends spät, wenn die Kinder im Bett sind, laufe gehe, musste ich mich schon früh nach den passenden Beleuchtung für meine Läufe umsehen. Mit welchen Vor- und Nachteilen sich der Käufer von passender Laufbeleuchtung auseinander setzen und worauf man beim Kauf achten sollte, möchte ich Euch in diesem kurzem Test kurz näher bringen

Riesige Auswahl, bei drei unterschiedlichen Kernmodellen

Sieht man sich auf den üblichen Internetseiten oder Geschäften um, wird man vom zunächst von der schier unendlichen Auswahl erschlagen. Vom preiswerten Einsteigermodell bis zur preisspieligen Version mit zahlreichen „add-ons“ ist eigentlich alles dabei. Jedoch sollte man bei dieser großen Auswahl sich nicht von den eigentlichen Werten ablenken lassen, die es uns erst ermöglichen die Leistungsfähigkeit einer Lampe richtig zu beurteilen.

Zwei Kennzahlen solltet ihr bei Euren Favoriten immer im Blick haben:

Reichweite

Die Reichweite gibt an, wie weit der Lichtkegel deinen Weg erleuchtet und wird in der Regel in Metern angegeben

Lumen

In Lumen wird die Helligkeit des Lichts bzw. der Lampe angegeben. Je mehr Lumen die Lampe hat um so heller ist die Lampe.

Je heller um so besser?

Gerade die Zusammenstellung aus Reichweite und Helligkeit sollte mit bedacht gewählt und auf die späteren zu laufenden Strecken angepasst sein. Läuft man zum Beispiel über bereits leicht ausgeleuchtete Straßen und kommen einem eventuell sogar andere Läufer, Fußgänger oder Verkehrsteilnehmer entgegen, sollte Helligkeit und Reichweite eher gering gehalten werden um Andere nicht zu blenden. Wer hingegen auch mal auf einsamen Wald- und Feldwegen seine Laufrunden dreht, kann hier schon zu Modellen mit 180 und mehr Lumen greifen.

Ein weiterer, für mich eigentlich sehr wichtiger, aber auf den meisten Verpackungen und Herstellerangaben nicht zu findender Punkt, ist die Breite des Lichtkegel. So bevorzuge ich mittlerweile Modelle mit einem sehr breiten Kegel, damit ich auf meinen Waldrunden auch hereinragende Äste erkenne. Da die Angaben leider bislang noch nicht so oft auf den Verpackungen zu finden sind, empfehle ich das Gespräch mit dem Händler Eures Vertrauens zu suchen und euch dahingehend beraten zu lassen oder einfach unterschiedliche Modelle zu testen.

Was darf es denn nun sein? Kopf, Brust oder Hand?

Wie anfangs bereits angemerkt, lassen sich die vorhandenen Lauflampen in 3 Kategorien unterteilen – Je nach dem ob die Lampe am Kopf, an der Brust oder in der Hand trägt. Welche Vorteile, aber auch Nachteile, Euch welcher Typ bietet, möchte ich Euch nachfolgend erklären.

Auswahl von Lauflampen
Kleine Auswahl meiner Lauflampen

Die Handlampen

Im Grunde handelt es sich bei den Handlampen, um einfache oder auch schwer modifizierte Taschenlampen. Gerade zu Beginn meiner abendlichen Einheiten bin ich noch relativ oft mit einer kleinen, leichten Taschenlampe gelaufen. Die derzeit im Handel erhältlichen Handlampen sind eigentlich auch „nur“ leichte Taschenlampen mit Handlauf. Wobei dann gerade die teureren Exemplare neben dem Handlauf auch noch mit einer griffigen Oberfläche versehen und sich idealerweise bereits an die Handinnenseite vorgeformt sind um so dem Läufer optimalen Tragekomfort zu bieten können.

Neben dem Vorteil, dass eine solche leichte Taschenlampe in den meisten Haushalten bereits zu finden ist, hat man mit der Handlampe auch schnell den Lichtkegel dahin gerichtet wo ihn braucht und kann so unkompliziert auch Ecken abseits der Laufstrecke ausleuchten.

Was aber auf der einen Seite ein Pluspunkt ist, kann sich aber gleichzeitig negativer Punkt äußern. Durch die fehlende Fixierung beziehungsweise die ständige Bewegung der Hand ist, ist der Lichtkegel kontinuierlich in Bewegung und ein dauerhaftes ausleuchten der Strecke nicht mehr gewährleistet. Ein weiterer Punkt warum ich dann relativ schnell auch wieder weg von der Handlampe bin, war das ständige „etwas in der Hand halten müssen“. Ich hab die Hände gerne frei bei Laufen!

Pro Handlampe

  • Einstiegsmodell weil meistens schon vorhanden
  • Schnelles, unkompliziertes ausleuchten auch abseits des Laufweges

Contra Handlampe

  • Kein dauerhaftes ausleuchten der Wegstrecke
  • Keine freien Hände

Brustlampe

Die Brustlampe hat wie der Name schon sagt, ihre Fixierung an der Brust. Während einige Varianten nur mit einer Art Brustgurt auskommen, haben gerade die fortgeschrittenen Exemplare mindestens noch einen weiteren Gurt zur Fixierung. Dieser verläuft dann von vorne über die Schulter nach hinten und verhindert so (zumindest) das Rutschen der Lampe nach unten.

Gerade für mich als Brustgurtträger war die Brustlampe eher unangenehm zu tragen. Verlaufen die beide Gurte doch sehr ähnlich. Was ich an den meisten Brustlampen ganz angenehm finde ist, dass diese meistens auch mit einer Rücklicht ausgestattet sind.

Was in Foren und Rezensionen zusätzlich oft bemängelt wird ist, daß gerade bei „unruhigen“ Läufern, der Lichtkegel sehr wackeln würde. Zusätzlich sollte man bedenken, dass das schnelle ausleuchten anderen Ecken der Laufstrecke so einfach nicht möglich ist. So muss der Läufer, die Läuferin immer den ganzen Körper zu Seite drehen, um sehen zu können, was da gerade im Wald geraschelt hat.

Der große Pluspunkt, gerade im Direktvergleich mit den Stirnlampen, kommt erst bei kälteren Temperaturen zum Vorschein. Sinken jetzt die wieder die Temperaturen, ist auch der Atem beim Laufen wieder deutlich sichtbar. Während man bei Stirnlampen dann regelmäßig durch „Nebel“ läuft, bleibt die Sicht bei den Brustlampen ungetrübt.

Pro Brustlampe

  • Lampe leuchtet immer die Laufstrecke ab
  • Gute Sichtbarkeit durch integriertes Rücklicht
  • Stets freie Sicht auch bei kälteren Temperaturen

Contra Brustlampe

  • Kurzfristige Ausleuchtung anderer Orte kaum möglich
  • Unangenehmer Tragekomfort wenn zusätzlich ein Brustgurt zur Herzfrequenz Messung eingesetzt wird

Stirnlampe

ONNIGHT 300 Rücklicht
ONNIGHT 300 von Decathlon im Rücklichmodus

Die Stirnlampen sind wohl die am meisten verbreitetste Spezies unter den Lauflampen, wobei sie jedoch mit ihren Vorgängern aus den Kohlepötten des Ruhrgebiets nicht mehr viel gemeinsam haben. Sie sind in der Regel leicht, dass man sie beim Laufen kaum bemerkt. Während ein Großteil mit einem Gurt auskommt, gibt es auch hier gerade bei den fortgeschritten Exemplaren, welche zur weiteren Fixierung einen Gurt von vorne nach hinten mitbringen.

Wie auch bei den Brustlampen, kommen immer mehr Stirnlampen mit einer Rückleuchte daher. Interessant und für mich auch relativ neu. Einige Hersteller verlagern der Akku mittlerweile auch vorn vorne an den Hinterkopf. Was im ersten Moment völlig unkomfortabel klingt, soll laut zahlreicher Foren-Einträge total unauffällig sein.

Was mich eigentlich recht schnell von den Stirnlampen überzeugt hat, war eigentlich die Tatsache, daß das Licht sozusagen meinem Blick folgt. Egal wo der Läufer hinsieht, es wird dort hell. Für mich, der morgens um 5 durch den örtlichen Wald seinen Wald dreht, war es schon sehr wichtig, das ich auch sehe, was abseits der Strecke so vor geht.

Allerdings zeigten sich gerade jetzt in der kalten, nassen Jahreszeit auch schnell die Schwächen. Gerade bei kalten Wetter läuft man durch den eigenen Atem durchgängig durch Nebel. Auch bei Nieselregen oder Schnee wird das Sichtfeld doch deutlich gestört. Man kann sich das so ein wenig vorstellen, wie Auto fahren bei Schnee in der Nacht – es hat einfach was von Star Wars.

Pro Stirnlampen

  • Unglaublich leicht und unauffällig.
  • Lichtkegel folgt dem eigenen Blick

Contra Stirnlampen

  • Gerade bei schlechtem Wetter, keine ausreichend gute Sicht
  • Eigener Atem verhindert bei kalten. Temperaturen ebenfalls die ungetrübte Sicht

 

Fazit

Solange die Rahmendaten wie Helligkeit und Reichweite geklärt sind und man sich darüber im klaren ist, welche Features eine Spielerei und welche ein „muss“ sind, muss man nur

Und jetzt seid Ihr dran! Habe ich etwas vergessen oder sehr Ihr etwas völlig anders? Lasst es mich wissen!

 

 

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